22.07.2012 JP/R Steinach bei Straubing

Richter:

  • Sabine Bichlmaier, Verbandsrichter DRC
  • Rita Lehner, Verbandsrichter JGHV
  • Peter Birzl, Verbandsrichter JGVH

Ich hatte vor zwei Wochen bei Facebook gelesen, dass bei der JP/R in Steinach bei Straubing noch 2 Plätze frei wären. Da dacht ich mir – jetzt oder nie, wer weiß ob so eine Chance vor dem 12. September nochmal kommt und hab mich relativ kurzfristig dazu entschlossen die JP/R zu melden.

Wir haben uns um 8:30 Uhr im Suchenlokal in Steinach eingefunden. Startnummern wurden gezogen (wir hatten die Nummer 4 von 5 Teilnehmern) und die Formalitäten erledigt (Ahnentafel, Impfpasscheck und Versicherungsnachweis). Was sehr schön war – der Revierinhaber war den ganzen Tag mit dabei und hat zugeschaut! Dann gings auch schon los in einer Kolonne ins Revier.

Dort angekommen tauchte schon das erste Problem auf, leider war das Wild von Startnummer 1 noch nicht vollständig aufgetaut und es wurde in die Runde gefragt ob jemand tauschen könnte um danach sein Wild zu teilen. Also haben Nummer 3 und 1 getauscht. Ich hätte das auch gerne angeboten, allerdings war mein Wild wirklich nicht besonders schön 🙁 Ist das erste Mal gewesen dass ich Wild bestellt hab online, ich hab dazugeschrieben dass ich es für eine Prüfung brauche, trotzdem war eine Ente total eingesudelt und ein Kaninchen sah auch nicht mehr so toll aus…. Die Richter haben darauf hingewiesen dass man solch eine Ware zurückschicken kann und dass man sich auf jedenfall für eine Prüfung um einwandfreies Wild bemühen soll um es dem Hund zu erleichtern. Blut verleitet den einen oder anderen Hund doch dazu, auch mal das Wild abzuschlecken (…und vielleicht dann auch noch Blödsinn zu machen…) und nicht gleich aufzunehmen und zu bringen. Einsichtig, ich hatte allerdings 1. keine Ahnung dass ich das Wild theoretisch auftaun muss um zu beurteilen ob es einwandfrei ist und 2. gar keine Zeit nochmals zu bestellen. Einer meiner Mitstreiter hat mir später eine seiner Enten für die Suche vermacht und für die Schleppe bekam ich auch ein Kaninchen von ihm zur Verfügung gestellt – vielen Dank Robert!! 🙂

Jetzt konnte es losgehen!!

1. Überprüfen der Schussfestigkeit (wird nicht mit Punkten gewertet)
Man sollte mit seinem Hund zur Richtergruppe kommen, dann wurde der Chip ausgelesen um sicherzugehen, dass es sich hierbei auch um den gemeldeten Hund handelt. Danach geht man mit seinem frei laufenden Hund und einem der Richter über eine Wiese. Hierbei wird ein Schuss abgegeben. Danach folgt ein zweiter.
Als erstes wurde mir erläutert, dass diese Moxonhalsung die ich verwende nicht regelkonform sei weil sie keinen Stop hat, also ein Würger und deswegen als erzieherische Maßnahme (wertmindernd) gewertet wird wenn ich sie weiterhin in der Prüfung verwende. Ich war nicht die einzige der das nicht bewusst war 😉 Gottseidank hatte ich noch ne stinknormale Leine mit Halsband im Auto rumliegen…. Bei der Schussfestigkeitsprüfung hat Yumi sich ganz normal verhalten und keinerlei Scheue gezeigt.

2. Haarwildschleppe
Jeder Hund bekam eine 200 Meter lange Kaninchenschleppe gezogen. Diese sollte zwei rechtwinklige Haken aufweisen. Man konnte sich entscheiden ob der Richter das geschleppte Wild für den Hund liegenlassen oder ein frisches ausgelegt werden soll. Der Richter soll sich danach so verstecken, dass er vom Hund nicht gesehen wird (selbst allerdings schon sieht was der Hund bei der Aufnahme des Wildes macht).
Ich hab lange hin- und herüberlegt ob ich zwei Kaninchen oder nur eins nehmen soll. Letztes Jahr hat Yumi die Schleppe mit zwei Kaninchen bekommen, die letzten Tage immer nur mit einem Stück. Ich hab mich dann trotzdem dazu entschieden, eins zum Schleppe ziehen und eins zum apportieren (vielleicht ne kleine Fehlentscheidung…). Yumi hat schön die Schleppe abgearbeitet, wie immer gerast wie ne vergaste und schwups ist sie auf einmal im Wald verschwunden?? Madame kam mit einem Kaninchen wieder aus dem Wald heraus. Vermutlich hatte sich dort der Richter versteckt. Beim zurücklaufen ist sie dummerweise über das ausgelegte Kaninchen gestoßen, hat das Kaninchen im Mund fallen lassen und gezögert weil sie nicht wusste welches sie jetzt nehmen soll. Ich hab (ohne lang zu überlegen) gepfiffen, wenn sie mir das mit nem Dummy gemacht hätte wir ich richtig sauer geworden. Daraufhin hat die Richterin zu mir gesagt: „Richtig pfeiffen“ und ich hab so fest ich konnte reingetutet….. tja nur hat sie nicht gesagt dass ich richtig pfeiffen soll…. auf einmal hat sie mich angeschrien ich soll die Pfeiffe ausm Mund nehmen und ich wusst gar nicht mehr wie mir geschieht?! Yumi kam auf jedenfall mit einem der Kaninchen zurückgelaufen. War das bereits das aus? Im Nachhinein gesehn wollte mich die Richterin nur „schützen“ denn auf der Schleppe darf der Hund tauschen wie er will, er muss nicht mal was zurückbringen anscheinend. Wichtig ist nur, dass er die Schleppe schön arbeitet. Jegliches Einwirken wird wertmindernt benotet, deswegen meinte sie dann auch ich soll die Pfeiffe ausm Mund nehmen 😉

3. Merken im Feld
Hierbei wurde eine Ente als einfache Markierung auf eine Wiese geworfen. Der Hund musste angeleint oder frei sitzen bleiben bis zur Freigabe des Richters und durfte dann apportieren. Die Punkte werden danach vergeben, wie schön der Hund sich die Fallstelle gemerkt hat.
Das hat Yumi sehr schön gemacht. Irgendwie war ich aber noch nicht ganz so weit und als die Richterin die Freigabe zum Werfen erteilt hat, habe ich gerade nochmal zu Yumi ein „Sit“ gesagt weil sie sich nen Schritt nach vorne gerobbt hatte. Alles andere war toll – ausser dass mir Madame die Ente vor die Füße gelegt hat (hat sich über den gesamten Tag weiter so hingezogen, das Problem ist am Tag zuvor beim Training aufgetreten und ich vermute, es war einfach zu viel. Ich fand das auch nicht so tragisch denn eine schöne Ausgabe wird auf der JP/R noch nicht direkt verlangt, es gibt nur zum Schluss eine Gesamtbewertung hierüber).

4. Freie Verlorensuche
Auf einem Suchengebiet von ca. 50 auf 50 Meter waren zwei Kaninchen und zwei Enten zu suchen und zu bringen.
Auch die Suche hat Yumi sehr schön gemacht. Zuerst eins der Kaninchen, dann eine Ente. Als sie mir diese wieder vor die Füße legte, hab ich ihr nochmal apport gesagt und sie mir geben lassen (schlechtere Bewertung hin oder her… so geht’s ja wohl auch nicht). Die Richterin meinte ich solle versuchen ihr entgegenzugehen und meine Hand unter das Wild zu bringen, bevor sie die Gelegenheit dazu hat es auf den Boden zu legen. Als nächstes hat sie das zweite Kaninchen gebracht. Dann eine kleine Showeinlage von meiner Maus, ich hab sie aufgemuntert nach der Abgabe und sie sollte sich wieder in der Ausgangsposition neben mir einfinden. Was macht Yumimaus? Klar erstmal ausm Stand neben Frauli hochhüpfen und ihr nen Schlabberkuss übers Gesicht ziehen 🙂 ….Gelächter hinter mir und sich ein Späßchen machend…. oooooh DAS gibt Punktabzug…. Tja, sie mag mich hald und das muss sie ab und zu zeigen 😉 😉 Für das letzte Stück hat sie etwas länger gebraucht, hat allerdings das gesamte Gebiet schön selbständig abgesucht wie eine Irre. Als sie die Ente endlich gefunden hatte hab ich mich an den Spruch der Richterin erinnern und bin einfach noch ein Stück weiter von Yumi weggegangen bevor sie ganz bei mir war. Danach wieder einen Schritt auf sie zu und Schwubs hatte ich die Ente in der Hand!

5. Wassermarkierung mit Schuss
Für die letzte Aufgabe dieses Tages musste man sich ans Ufer eines Gewässers stellen, der Hund sollte dabei abgeleint werden. Quer auf der anderen Seite (nicht weit, theoretisch hätte der Hund das auch umlaufen können) wurde ein Schuss abgegeben und eine Ente in hohes Schilf geworfen. Der Hund sollte sich die Fallstelle merken und durfte dann zügig zum apportieren geschickt werden.
Bei dieser Aufgabe gab es aus meiner Sicht überhaupt nichts was Yumi besser hätte machen können. Sie war ruhig, hat gewartet bis ich ihr das Apportkommando gegeben hab, ist in direkter, gerader Linie zur Fallstelle geschwommen (wie ein Dampfer…hihi), hat im Schilf nach der Ente gesucht und kam im direkten Weg auch wieder zurückgeschwommen. Sie stieg aus dem Wasser aus, ich hab ihr die Ente abgenommen (kein Schütteln, kein Ablegen) und fertig.

Als alle Hunde fertig waren, stand fest – ALLE HABEN BESTANDEN =D und es ging wieder zurück zum Suchenlokal wo die Richter sich fleißig beraten und Punkte gezählt haben. Es wurden noch die Zähne der Hunde überprüft, dann folgte die Urkundenübergabe….

Ich traute meinen Augen kaum, die Richterin stand direkt vor mir und ich sah, dass die letzte Ahnentafel die von Yumi war…. es ist doch nicht etwa…. dooooch, ich trau michs fast nicht zu schreiben – Yumistrebermaus wurde mit 268 Punkten Suchensieger!!! Ich hab mich riesig gefreut über das Ergebnis.

Zensuren:
12 Punkte = hervorragend
11 – 9 Punkte = sehr gut
8 – 6 Punkte = gut
5 – 3 Punkte = genügend
2 – 0 Punkte = nicht genügend

Bestanden mit 140 Punkten

Folgende Punkte wurden im einzelnen vergeben:

lfd. Nr. Prüfungsfach FWZ DZ UZ
1. Freie Verlorensuche 4 10 40
2. Wasserfreude und Merkapport am Wasser 4 11 44
3. Spurwille auf der Schleppspur 3 10 30
4. Merken im Feld 3 11 33
5. Festst. der Schussfestigkeit (ohne Benotung) X X
6. Nasengebrauch 3 10 30
7. Bringen von Nutzwild 2 9 18
8. Führigkeit 2 10 20
9. Arbeitsfreude 3 11 33
10. Stand- und Arbeitsruhe 2 10 20
Gesamtnummer der Urteilsziffern von (1. – 10.) 268
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