MH

Maligne Hyperthermie (MH)

Als Maligne Hyperthermie wird ein Syndrom (MHS) bezeichnet, bei dem es in Folge einer pathologisch erhöhten Calciumkonzentration in der Skelettmuskulatur zum Sinken des Blutdrucks, erhöhter Herzfrequenz (Tachykardie), Ansteigen der Körpertemperatur und einer erhöhten CO2-Produktion kommt.
Auslöser können sein: flüchtige Anästhetika, depolarisierende Muskelrelaxantien sowie auch starke Kraftanstrengungen oder Hitzestress. Liegt die Anlage für MH vor kommt es bei Narkosen vor dem Einsetzen der Muskelentspannung zu besonders intensiven, lang andauernden Faszikulationen, die auch beim Absetzen der Narkosemittel anhalten. Ohne geeignete Gegenmaßnahmen (Dantrolen) sinkt der Blutdruck weiter ab, die Herzfrequenz wird unregelmäßig und setzt letztendlich ganz aus.
Nach dem Verenden tritt innerhalb kürzester Zeit (nach weniger als 2-15 min) die Totenstarre ein.

Bei Hunden tritt MHS in Einzelfällen bei einzelnen Rassen auf. Die Prävalenz liegt bei ca. 1 zu 15.000. Es handelt sich um eine seltene Komplikation. (Roman T. Skarda: Maligne Hyperthermie. In: In: Peter F. Suter und Hans G. Niemand (Hrsg.): Praktikum der Hundeklinik. 10. Auflage. Paul-Parey-Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 3-8304-4141-X, S. 146)
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