27.10.2012 BLP Sulzdorf a.d. Lederhecke

Richter:

  • Ulrike Schlögell (DRC)
  • Elisabeth Spies (JGHV)
  • Eberhard Simon-Mathes (JGHV)


Ich hatte mir vorgenommen mich noch dieses Jahr um einen Platz in einer BLP zu bemühen. Tatsächlich bekam ich dann für die BLP in Sulzdorf an der Lederhecke eine Platzzusage 🙂 Einige Tage zuvor auf einmal der niederschmetternde Wetterbericht – es sollte Schnee geben… (im Oktober?!). Also noch schnell nen Termin für Freitag zum Reifenwechseln ausgemacht und Samstag den Wecker lieber noch etwas früher als nötig gestellt. Ich hatte mir vorgenommen so um 5 Uhr loszufahren, laut Navi brauche ich 3 Stunden und um 8:30 Uhr war Treffen. Zu schnein hats dann tatsächlich angefangen und zwar ab Nürnberg. Ich lag gut in der Zeit, konnte noch einen Stop an einer Raststätte machen und später sogar noch einen kleinen Spaziergang mit Yumi. Pünktlich um 8:30 war in an der angegebenen Adresse.

Nachdem Ahnentafel und Leistungsheft abgegeben und Impfpass und Versicherungsnachweis gecheckt waren, wurden die Startnummern gezogen – wir hatten die Startnummer 6 waren somit das letzte Team. Danach haben sich die Sonderleiterin und die Richter vorgestellt. Alle machten einen wirklich netten Eindruck und die Stimmung war fröhlich und gelöst was meine Nerven extrem beruhigt hat! Und dann gings auch schon los. Der Terminplan sah eigentlich vor, gleich am Anfang zum Wasser zu fahren. Aufgrund des schlechten Wetters und der Hoffnung dass es Nachmittags noch etwas besser wird, wurde allerdings mit den Kaninchenschleppen im Wald begonnen.

1. Haarwildschleppe im Wald
Gleich bei der ersten Schleppe gabs Probleme, die Goldenhündin war irgendwie irritiert durch die Teilnehmer die bei ihren Autos hin und hergingen. Der Verlauf der Schleppe ging leicht einen Hang nach oben und als die Hündin mit dem Kaninchen zurückkam, erblickte sie irgendwas oder -wen bei den Autos und ist erstarrt stehengeblieben. Es gab dann zum Schluss nochmal eine Ersatzschleppe weil Fr. Schlögell ausschließen wollte, dass die Hündin wirklich irritiert von den anderen Teilnehmern war. Somit war Nummer 1 nochmal nach mir dran, wo wir dann alle in den Autos sitzenbleiben mussten, da hats dann geklappt. Dann die zweite Hiobsbotschaft, eine andere Goldenhündin hatte begonnen das Schleppwild unterm Schnee zu begraben und war somit von der Prüfung auszuschließen… Es tat mir wahnsinnig leid und auch die Richterin sagte der Teilnehmerin dass sie sich da jetzt nicht davon abhalten lassen sollte das weiterhin zu üben. Das was die Hündin heute gezeigt hat sei nur eine Momentaufnahme! Nur gibt es eben die Prüfungsregeln und deswegen ist an dieser Stelle eben leider Schluss… Als Yumi an der Reihe war, ist sie natürlich wieder mal übermotiviert losgestürmt, hat soweit ich mich erinner dadurch einen Haken überlaufen, es aber sofort gemerkt und ist wieder drauf auf die Spur. Dann ist sie aus meinem Blickfeld verschwunden und nach ein paar Sekunden hörte man dass das Walkie-Talkie von Fr. Schlögell ging – Yumi hat das Kaninchen aufgenommen und ist auf dem Weg zurück 🙂

2. Freie Verlorensuche (2 Kaninchen)
…hier nahm dann im wahrsten Sinne des Wortes das Übel seinen Lauf…
Als Nummer 1 dran war, bekam ich auf einmal mit dass die Hündin leider auch ausgeschieden ist, weil sie getauscht hatte. Da wurde mir übel, denn Yumi ist beim tauschen auch ganz gern dabei… Nummer 2 war dran und wieder kam die Info – Hund ist ausgeschieden wegen Tauschen (?!?!). Dann kam Hund Nummer 3 an die Reihe und war eine gefühlte Ewigkeit verschwunden. Aber ich war froh als die beiden den Weg entlang kamen und es geschafft hatten!! Das hat mir wieder Hoffnung gemacht und als wir dann als letztes an der Reihe waren hat mir Fr. Schlögell erklärt wo sich das Suchengebiet befindet. Es ging ca. 1,5 Meter ziemlich steil nach oben vom Weg aus, man durfte auch oben ansetzen. Die Bäume waren sehr dicht und man sah vielleicht gerade mal zwei Meter weit, ich fand das Suchengebiet sehr anspruchsvoll! Naja, Yumis Paradedisziplin, da konnte (fast) nix schiefgehn. Ich hab sie also in die Verlorensuche geschickt und es hat gedauert… und gedauert… und gedauert… Yumi kam immer wieder vor mir vorbei – nix im Maul – dann weiter, ab und zu hab ich sie irgendwo vorbeihuschen sehen. Es hat wirklich eeeewig gedauert und ich dachte schon – das kann doch nicht sein dass sie jetzt ÜBERHAUPT keins der Kaninchen findet?!?! Der Schnee hats sicher nicht leichter gemacht…. Fr. Schlögell meinte dann, dass ich sie gerne nochmal ansetzen kann, vorher etwas Spannung aufbaun. Ich hab Yumi als sie das nächste Mal an mir vorbeikam wieder neben mich genommen und nochmal mit schmackes in die Suche geschickt. Miss Raketenpfeil scheint diesmal tatsächlich weiter nach hinten reingesucht zu haben denn auf einmal konnte ich aus dem Walkie-Talkie die erlösende Stimme hören – „Hund war bei mir, hat Kaninchen aufgenommen und ist auf dem Weg zurück“ 🙂 Das zweite Kaninchen hatte sie dann viel schneller gefunden.

Nachdem unsere Prüfungsgruppe nach zwei Aufgaben schon um die Hälfte reduziert wurde war ich froh mich noch zu denen zählen zu dürfen die dabei geblieben sind. Es wurden die Prädikate für die Haarwildschleppe und die Suche abgegeben, Schleppe sehr gut, Verlorensuche gut. Und dann wurde der Standort gewechselt – es sollte der Gulaschkessel angeheizt werden um was warmes zwischen die Kiemen zu bekommen. Es wurde noch schnell die Chipkontrolle gemacht.

3. Leinenführigkeit
Man sollte zusammen mit Hund an der Leine zwischen den Bäumen durchlaufen, mal schneller und mal langsamer. Es wurde geprüft ob der Hund den Führer dabei behindert oder gut mitläuft. Yumi ist ganz gut gelaufen finde ich!

4. Ablegen und ausser Sicht gehen
Vor dem hatte ich ja auch noch solche Bedenken weil ich das Ablegen mit Yumi nie richtig geübt hatte. Also schon immer wieder mal Platz und dann weggehen, aber es war niemals ein so sicheres Kommando weil ich nicht so viel Wert drauf gelegt habe. Mir war immer wichtiger dass sie verlässlich sitzt. Ich hab also während die anderen beiden dran waren erstmal versucht sie abzulegen – Madame wollte sich absolut nicht in den Schnee legen. Ist halb erstarrt als ich es mit etwas mehr Nachdruck versucht hab. Ich hab sie zwar dann noch mit biegen und brechen dazu gebracht sich wenigstens halb hinzulegen – aber da ich mir absolut sicher war dass das SO nicht klappt mit dem ausser Sicht gehen hab ich dann als wir dran waren gleich gesagt dass ich ein Problem habe weil sich meine Hündin momentan einfach nicht hinlegen möchte. Ich habe gefragt obs ein Problem ist wenn ich sie absetze und niemand hatte was dagegen (war mir auch egal ob das nun Abzüge gibt oder nicht, hauptsache ich fall wegen sowas ned durch…). Mit Absetzen hats super funktioniert – sie ist dagesessen wie ne Statue, braaaave Maus!!!!

5. Standtreiben
Keiner der drei Hunde hatte ein Problem damit.

6. Überprüfen der Schussfestigkeit
Auch kein Thema – das wäre auch schon bei einer der Aufgaben im Vorfeld sichtbar geworden 😉

Jetzt gabs erstmal lecker Gulasch und man konnte versuchen sich wieder etwas aufzuwärmen!

Danach wieder ein Standortwechsel, die Wasserarbeit stand auf dem Programm. Hier hab ich von den anderen beiden Mitstreitern nichts sehen können weil wir gleich alle mit Hund zusammen etwas um den See rumgehen mussten.

7. Wassermarkierung mit Schuss aufs Wasser
Die Ente fiel etwas linker Hand hinters Schilf. Yumi hatte keine Schwierigkeiten.

8. Verlorensuche im deckungsreichen Gewässer
Wir gingen noch ein wenig weiter hinter am Seeufer entlang, da erklärte mir Fr. Schlegell wo sich die Ente befindet. Ich hab Yumi ausgerichtet und mit voran an diese Stelle geschickt, sie ist erst etwas nach links abgedriftet (ich vermute sie dache DA ist die Ente sicher, war ja vorhin auch da…) und dann doch in Richtung andere Uferseite weitergeschwommen. Ich hatte meine Pfeiffe schon im Mund weil ich nicht wollte dass sie zu weit nach links abdriftet. Da der Wind allerdings von rechts kam, hat sie sehr schnell die Ente in die Nase bekommen und von selbst sofort einen Haken geschlagen. Fr. Schlegell war echt so nett, sie sagte einem immer wenn man eben NICHT pfeiffen oder wenn man helfend eingreifen soll. Ich habe meine Pfeiffe nicht gebraucht, Yumi war klasse!!!

Es folgte die Prädikatvergabe – alle drei hatten bei der Wasserarbeit ein sehr gut bekommen 🙂
Jetzt fehlte nur noch das Einweisen und die Federwildschleppe. Hierzu musste auf ein neues der Standort gewechselt werden. Zuerst war Einweisen angesagt…

9. Einweisen
Yumihexe hat mir das echt nicht leicht gemacht – irgendwie hat sie nen „Jagdmodus“ oder so angeschalten, denn mein Stoppfiff wurde einfach komplett überhört (?!) So extrem kenn ich das bei ihr nicht, auch nicht aus dem Training. Irgendwann hat sich Madame dann doch mal auf Sichtkontakt zu mir eingelassen und sich dann auch schön einweisen lassen. Die zweite Ente ging gleich von Anfang an besser. Ich habe irgendwie auch schon beim Training gemerkt dass es für mich JEDESMAL schwerer ist auf die rechte Seite einzuweisen als auf die linke. Gibs sowas?? Keine Ahnung an was das liegt, nach rechts läuft Yumi nie wirklich so wie ichs gerne gehabt hätt, mach ich das gleiche auf die linke Seite nimmt sie meine Linie viel besser an…. merkwürdig…. Egal – Es war geschafft, Prädikat gabs dann ein gut.

10. Federwildschleppe
Auch hier hat Yumiflitzer erst ihre Nase richtig eingesetzt als sie merkte dass sie nicht mehr drauf war auf der Spur. Aber sie hat sich wieder draufgesucht und dann wars kein Thema! Spitze gemacht, das gab wieder ein sehr gut.

Nun waren wir am Ende angelangt und es ging ab ins Suchenlokal wo gespeist und fleißig Punkte gezählt wurden. Yumi hatte mit 283 Punkten den 2. Platz geschafft, es gab sogar eine Medaille! Ich freu mich wirklich seeeeehr darüber!!!! 😀
Herzlichen Glückwunsch an den Suchensieger Petra Thielsch mit ihrer Hündin Kylie von der Pfannkuchenwiese. Sie hat, soweit ich mitbekommen habe, nur Wertungen von „sehr gut“ erhalten und somit eine Gesamtpunktzahl von über 300 Punkten geschafft 🙂

Vielen Dank für diesen gelungenen Prüfungstag! Die Sonderleiterin Miriam Steinmetz hatte Kuchen und Brotzeit und warmen Kaffee dabei wo sich die Teilnehmer gegen einen Spendenbeitrag in die Vereinskasse bedienen durften. Bei diesem eiskalten Wetter Gold wert!!!

Zensuren:
12 Punkte = hervorragend
11 – 9 Punkte = sehr gut
8 – 6 Punkte = gut
5 – 3 Punkte = genügend
2 – 1 Punkte = mangelhaft
0 Punkte = ungenügend

Nicht bestanden wenn keine Leistung erbracht wird in:

  • Nutzwildschleppem
  • Verl. Suche im deckungsr. Gew.
  • Bringen von Nutzwild

und bei:

  • Beeinflussung des Hundes am Stück
  • Nichtselbständigem Bringen
  • starker Schussempfindlichkeit
  • Schuss- oder Handscheue

Folgende Punkte wurden im einzelnen vergeben:

lfd. Nr.
Prüfungsfach FWZ LZ UZ
1.
Waldarbeit
Haarwildschleppe 300m 2 08 16
Freie Verlorensuche 2 St. Haarwild 3 06 18
Bringen von Hase / Kanin 2 09 18
2.
Wasserarbeit
Verlorensuche im deckungsr. Gewässer 3 10 30
Stöbern der Ente (fakultativ) 3 X X
Bringen der Ente 2 09 18
3.
Feldarbeit
Einweisen auf 2 St. Federwild 3 08 24
Federwildschleppe 200m 2 09 18
Bringen von Federwild 2 09 18
4. A
Gehorsam
Allgemeines Verhalten – Gehorsam 1 10 10
Verhalten auf dem Stand 1 10 10
Leinenführigkeit 1 10 10
Folgen frei bei Fuß 1 10 10
Ablegen 1 10 10
4. B
Arbeitsfreude 3 11 33
4. C
Führigkeit 2 10 20
4. D
Nasengebrauch 2 10 20
Gesamtnummer der Urteilsziffern von (1. – 4.) 283



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Ein Gedanke zu „27.10.2012 BLP Sulzdorf a.d. Lederhecke

  1. boah Tanja hammergeiler Bericht ,echt!!
    ich finds mega intressant, mit BLP hab ich mich ja nun nie wirklich befasst,
    das hört sich alles doch seeeeeehr sehr anspruchsvoll an – aber meine güte SO TOLL!!!!
    So so so super toll wie Yumi das gemacht hat!
    einfach nur spitze!!!